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  • [Jan. 2018] SCAA Guided Tour in Galerie Urs Meile

    [Jan. 2018] SCAA Guided Tour in Galerie Urs Meile

    SCAA Guided Tour in Galerie Urs Meile
    Time: Saturday 13 January 2018
    Place: Rosenberghöhe 4, 6004 Lucerne
    Chinesischer Bericht: Qingchuan Yang
    Deutscher Bericht: Tian Chiang
    Fotografie: Ruizhe Liang
    Poster: Tao Wang

    Die Galerie Urs Meile lud den SCAA zu einer Privatführung nach Luzern ein. Dort ist noch bis Ende des Monats die Ausstellung Extended Ground zu sehen, eine der seltenen Gruppenausstellungen der Galerie. Karin Seitz, die künstlerische Leiterin der Galerie, und Urs Meile persönlich erzählten den Besuchern von der Entstehung der Galerie, der Beziehung zu China, den Künstlern und ihren Werken. Inmitten der Ausstellung kam es so zu lebhaften Gesprächen.

    Urs Meile kommt aus einer Familie von Kunsthändlern und Kunstsammlern. Über Umwege als Hochbauzeichner, Auktionator bei Christie‘s und Papierrestaurator wurde er 1992 zum Galeristen und eröffnete seine Galerie für zeitgenössische Schweizer und Europäische Kunst in Luzern. 1995 wurde Uli Sigg (ein enger Freund Meiles) Botschafter der Schweiz in China. Er lud den Galeristen nach Beijing ein und gemeinsam erkundeten sie regelmässig während vier Jahren die zeitgenössische Kunst Chinas. Damals gab es praktisch keinen Kunstmarkt in China, auch gab es keinen europäischen Markt für zeitgenössische chinesische Kunst. Der Westen interessierte sich nicht für diese Art Kunst, er sah in ihr nur Kopien westlicher Werke. Beispielsweise gab es in China erst 1962 eine Klasse, in der Ölmalerei unterrichtet wurde. Auch die chinesische Periode der Pop-Art Technik wurde im Westen nicht als zeitgenössisch, sondern eher als “fürchterlich” empfunden. (Sogar noch 2000 wurde Urs Meile die Ausstellung an der Art Basel verweigert – inzwischen ist er in der Jury der Art Basel Hong Kong). Dem Westen war nicht bewusst, dass diese Phasen, die durch den späteren Informationszugang entstanden, kein Hinterherhinken, sondern wichtige Meilensteine in der künstlerischen Entwicklung Chinas waren.

    Meile machte es sich zur Aufgabe im Westen einen Markt und die Künstler für zeitgenössische chinesische Kunst aufzubauen. Denn was er und Sigg in China vorfanden, war keine “bessere” Kunst, aber es war eine Kunst, die sie durch ihre andersartigen Wurzeln und Mentalität faszinierte und bis heute fesselt.

    2000 eröffnete Meile ein Büro in Beijing und baute ein paar Jahre später zusammen mit Ai Wei Wei in Caochangdi sechs Häuser. Dort konnte die Galerie nicht nur ihre eigenen Ausstellungen veranstalten, sondern startete das Artist-in-Residence Programm, bei dem nicht-asiatische Künstler für ein paar Monate in Beijing leben, arbeiten und sich mit der chinesischen Kunst und Kultur auseinandersetzen. Dieses Programm ist ein sehr wichtiges Werkzeug für die Galerie. Als Spielwiese oder auch Versuchsfeld dient es dazu, Künstler genau kennenzulernen, sie zu beobachten und in einem fremden Umfeld zu begleiten. Auch sind verschiedene Handwerkskünste in China noch in hoher Qualität vorhanden und bieten den Künstlern Gestaltungsmöglichkeiten.

    Die Führungsweise seiner Galerie beschreibt Meile mit dem Fokus darauf, die Künstler strategisch zu managen. Sie entdeckt junge Künstler und positioniert diese weltweit. Beispielsweise vertritt Meile seit 1997 Ai Wei Wei und machte ihn über die Dokumenta international bekannt. Heute hat die Galerie etwa 30 Künstler, davon fast 70% aus China. Die Bandbreite der Objekte ist sehr gross, da die verschiedenen Künstler zwischen 20 und 80 Jahre alt sind. (Etablierte Künstler wie Tobias Rehberger oder Not Vital zeigt die Galerie nur mit einem speziellen Fokus auf China.)

    Die Ausstellung Extended Ground zeigt Kunstwerke junger Künstler (<35), die mit verschiedenen Medien arbeiten. Karin Seitz erläuterte einige der Objekte und eröffnete durch ihre Erklärungen ganz persönliche und überraschende Geschichten der Künstler. Etwas, das wie ein schwarzer Tuscheblock aussieht, ist in Li Gangs Arbeit “The End – 末 2014.07, 2014” in Wirklichkeit ein konzentrierter hochgiftiger Russblock aus den Abgasen seiner Heimatstadt. In dem Video “I have” zählt die junge Künstlerin Cao Yu alles auf, was sie besitzt und haben wird, es spiegelt jedoch eine grosse seelische Leere wider. Die Bauvisiere des Künstlerduos Wittmer&Koenig setzen die Gestelle aus der ur-demokratischen Schweiz mit dem sozialen Realismus des früheren Chinas in Bezug.

    LI GANG
    The End – 2014.05, 2014
    waste materials from the exhaust pipes of the cars and water
    5 × 13 × 9 cm (ink), 11 × 30.5 × 27 cm (box)
    Photo © Ruizhe Liang

    MIRKO BASELGIA
    Landscape of growing I, 2017 (detail)
    bronze (patina green)
    77.5 x 56 x 4 cm
    edition of 3 + 1 AP
    Photo © Ruizhe Liang

    MIRKO BASELGIA
    Landscape of growing II, 2017 (detail)
    bronze (patina dark)
    77.5 x 56 x 5 cm
    edition of 3 + 1 AP
    Photo © Ruizhe Liang

    CAO YU
    VIDEOS
    I Have, 2017 (Film Still)
    single channel video (colour, sound)
    3’
    edition of 6 + 2 AP
    Photo © Ruizhe Liang

    2018 eröffnet die Galerie Urs Meile im 798 Art District Beijing neue Ausstellungsräume, da den Räumlichkeiten von Caochangdi vom Landeigentümer die “Heizung abgestellt” wurde (was den Betrieb im kalten Winter Nordchinas verunmöglicht). Zwar finden in Caochangdi weiter Sommerprogramme und das Artist-in-Residence Programm statt, aber in absehbarer Zeit wird das Gebiet wohl durch Umstrukturierungen verschwinden. Das ist etwas, das Urs Meile durch seine Zeit und Arbeit in China gelernt hat: Wenn man schlafen geht, muss man darauf gefasst sein, dass am nächsten Morgen alles wieder anders ist.

    So geht das Abenteuer Tag für Tag weiter.

    Report:

    Download the report for free: http://scaa.ch/doc/report/ursmeile.pdf

    More photos:

    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.520330175002570.1073741841.400289230339999&type=1&l=95980c7c02

  • [Dez.2017] Uli Sigg – Der Wanderer im Reich der Mitte 乌里·西克 – 行走中国

    [Dez.2017] Uli Sigg – Der Wanderer im Reich der Mitte 乌里·西克 – 行走中国

    Uli Sigg – Der Wanderer im Reich der Mitte
    Freitag 08. Dezember 2017
    Kulturhaus Helferei (Breitinger-Saal), Kirchgasse 13, 8001 Zürich
    Moderation: Mulan Sun (Präsidentin SCAA)
    Chinesischer Bericht: Qingchuan Yang
    Deutscher Bericht: Tian Chiang
    Fotografie: Ruizhe Liang
    Poster: Tao Wang

     

    Im Zürcher Kulturhaus Helferei traf sich der SCAA am 8.12.2017 zum achten und letzten Event des Jahres. Der Saal war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt und die Zuhörer erlebten eine mitreissende Diskussion zwischen Herrn Sigg und der SCAA-Präsidentin Mulan Sun. Anhand von Kunstwerken der letzten vier Dekaden entspann sich nicht nur ein Gespräch über die Geschichte der chinesischen Gegenwartskunst, sondern auch über die Geschichte von Uli Sigg, von China und der Schweiz.

    Mulan Sun: Als ich vor 10 Jahren einmal im Kunsthaus Zürich ein Buch “China Art Book” ( 中国当代艺术)entdeckte, war es ein verwirrendes Gefühl für mich. Das Hauptthema der chinesischen Kunst waren für mich Kalligrafie, Tuschmalerei oder Stempelkunst. Bei der chinesischen traditionellen Kunst stehen die Schönheit und Harmonie immer im Vordergrund. Bei der Gegenwartskunst funktioniert hier die Regel nicht. Herr Sigg, warum interessieren Sie sich für chinesische Gegenwartskunst und nicht für chinesische traditionellen Kunst?

    Uli Sigg: Ich hätte sie nicht verstanden als ich nach China kam, ich war total ignorant. Aber ich kannte die westliche Gegenwartskunst. Diese hat den Vorzug, dass sie Fleisch und Blut hat – sie lebt. Das war für mich wesentlich für die westliche Kunst und so hielt ich es zunächst auch mit der chinesischen Gegenwartskunst. Die traditionelle Kunst ist ein ganzes Universum, in das man sich schwer hineindenken kann. Ich habe es dann später versucht – mit Gewinn für mich persönlich –, aber das ist eine ganz andere Anstrengung. Also: Die Gegenwartskunst mangels Kenntnissen in der chinesischen Tradition – zu Beginn.

    1979 – 1989

    Nach der Kulturrevolution Chinas unter Mao Zedong erfuhr das Land eine wirtschaftliche Öffnung. Zu der Zeit (1979) arbeitete Uli Sigg bei der Aufzugsfirma Schindler. Er übernahm den Aufbau des chinesischen Marktes und war somit massgebend am ersten Joint Venture eines westlichen Konzerns mit China beteiligt. Einen Kulturschock erfuhr der Schweizer hauptsächlich durch Relikte aus der Kulturrevolution. Beispielsweise waren die chinesischen Geschäftsmänner damals sehr entscheidungsscheu und dehnten einfache Gespräche zu grossen Verhandlungsdebatten aus. Dennoch sah Sigg China immer als ein Abenteuer, das es zu entdecken galt.

    Die Kunst während der Kulturrevolution war geprägt vom sozialen Realismus und hatte das Ziel, die Masse zu erziehen. Sie unterlag einem bestimmten Code und zeigte Menschen meist mit enthusiastisch geröteten Gesichtern bei der Arbeit. Erst nach Ende der Kulturrevolution konnte sich eine autonome Kunst entfalten. Es gab ein mehrjähriges Zeitfenster, während dessen die Künstler ihre Arbeiten öffentlich zeigen und diskutieren konnten. Verschiedene Künstlergruppen kamen auf, wie zum Beispiel Xiamen Dada oder die Stars Group. Letztere protestierte offen gegen ein Ausstellungsverbot und veranstaltete entlang des Zaunes vom Nationalen Kunstmuseum (aus dem sie ausgeschlossen worden waren) eine Openair-Show. Durch die Partei-Kampagne gegen die “geistige Verschmutzung” schloss sich 1983 dieses Fenster wieder und alle westlich liberalen Ideen wurden verboten. So wurde die Kunst in den Untergrund getrieben und entwickelte sich dort weiter.

    Die Künstler aus dieser ersten Dekade versetzten mit abstrakten Malereien und ersten Kunstobjekten die Bevölkerung in Erstaunen und Verwirrung. Wang Guangyi verursachte mit seinem Bild “Mao Zedong: Red Grid No. 2” einen Eklat, als er das für offizielle Mao-Porträts geltende Raster über das Gesicht des Chairman malte.

    Mulan Sun: Sie hatten während Ihres Aufenthalts in den 70er und 80er Jahren in China noch nicht mit der Sammlung der chinesische Gegenwartskunst angefangen. Zeigt der europäische Stil für Sie keine chinesische Identität oder hatten Sie die chinesische Kultur noch nicht gut genug kennen gelernt, und darum noch keine “chinesische Sensibilität”, bereits zu sammeln?

    Uli Sigg: Nein, dazu war ich zu unbescheiden. Ich habe schon gedacht, dass ich das beurteilen kann, aber ich habe mit einem westlichen Auge hingeschaut. Ich selbst war vertraut mit der vordersten Front der westlichen Gegenwartskunst, als ich Ende der 70er Jahre nach China kam. Und ich war sehr neugierig, was denn die chinesischen Künstler zu diesem Zeitpunkt tun. Beispielsweise die abstrakten Figuren von Huang Rui: Wenn Sie das vom Westen her betrachten, dann würden Sie sagen: “ist okay, aber vielleicht 80 Jahre zu spät gemalt”. Und das war das Problem mit der chinesischen Gegenwartskunst damals: Die Künstler kamen aus diesem sozialistischen Realismus heraus, sie waren nicht wirklich informiert, was in der Westkunst geleistet worden war und plötzlich haben sie – nur bruchstückhaft – Informationen zur Westkunst gefunden und das hat sie dann sehr motiviert. Sie haben dann quasi Fingerübungen gemacht, erstmals frei gemalt, erstmals abstrakt gemalt, erstmals expressiv gemalt. Das waren Experimente, mit denen sie nachgeholt haben, was bei uns ein Kunststudent tun muss. Und deshalb war ich eigentlich enttäuscht – mit dem westlichen Auge war ich enttäuscht. Denn ich habe immer die Kunst gesucht, die zu dem globalen Kunstdiskurs einen Beitrag leisten kann. Das konnte diese Kunst nicht. Was ich aber nicht erkannt habe – aber auch nicht gesucht habe – ist, dass diese Kunst trotzdem sehr wichtig ist, und zwar als ein Beitrag zur chinesischen Kunstgeschichte. Ich interessierte mich für den globalen Diskurs, darum habe ich nicht gekauft.

    1990 – 1999

    Mitte der Neunziger Jahre wurde Uli Sigg Botschafter der Schweiz in Beijing. Er bezeichnet sich selbst als “Humanversuch” des Begriffs vom Quereinsteiger. In den Augen der Chinesen machte es durchaus Sinn, einen mit China vertrauten Geschäftsmann zum Diplomaten zu machen. Sigg kannte aus seiner Unternehmerzeit bei Schindler wichtige Persönlichkeiten, unter anderem den späteren Präsidenten Jiang Zemin. Er verkehrte nicht nur mit der Spitze der Gesellschaft, sondern gleichzeitig mit Künstlern aus dem Untergrund. Dadurch konnte er die chinesische Gegenwartskunst mit dem Kader kombinieren – ein westliches Modell für Investitionen, das nicht scheitern konnte.

    Es wäre die Aufgabe einer öffentlichen Institution gewesen, die Kunst eines Landes zu dokumentieren. Da dies in China nicht der Fall war, hatte Sigg es sich selbst zur Mission gemacht, die Storyline der chinesischen Gegenwartskunst seit der Kulturrevolution abzubilden.

    Nach den Geschehnissen auf dem Tiananmen Platz (1989) war die Kunst geprägt durch einen zynischen Politrealismus und tiefe Resignation. Zhang Xiaogang war der erste Künstler, dessen Werke Zugang zum Westen fanden. Dabei liegt das Verständnis von den Werken immer im Auge des Betrachters. Für eine mit China weniger vertraute Person ist das Gemälde “Bloodline Series – Big Family No. 17” das Abbild einer vierköpfigen Familie. Ein China-Kenner sieht das Bild vor dem Hintergrund der Einkindpolitik, der Bevorzugung des Sohnes oder auch der 400 Geschlechternamen, welche alle Chinesen zu einer grossen Familie machen.

    Mulan Sun: 1995 wurden Sie Schweizer Botschafter in Peking – natürlich nicht irgendein Karrierediplomat. Schliesslich kannten Sie Präsident Jiang Zemin aus alten Schindler-Zeiten und Sie kannten auch den Untergrund der Kunstszene. Sie begannen systematisch zu sammeln. Wie konnten Sie die zwei ganz verschiedenen Dimensionen (nach oben und nach unten) kombinieren?

    Uli Sigg: Das ist eine knifflige Frage. Es war so, dass dieses Gemeinschaftsunternehmen, das ich damals auf die Beine gestellt habe, das erste war und es war mir klar: es muss zum Modell für westliche Investitionen werden. Dann kann es auch nicht scheitern. Niemand wird dieses Experiment scheitern lassen. Und so habe ich dann eine Reihe von chinesischen Kadern getroffen, die später in sehr hohe Funktionen aufstiegen, zum Beispiel Jiang Zemin. Er war damals Präsident der Foreign Investment Commission, die gebildet wurde, um sich zuerst mit meinem Joint Venture und dann mit anderen zu befassen. Und so habe ich mit ihm diverse Verhandlungen geführt und das hat mir dann 15 Jahre später sehr geholfen, weil er dann Präsident von China war. Zum Beispiel, der General Manager der Foreign Investment Commission, die alle meine Vertragsklauseln auf Herz und Nieren geprüft hat, wurde Vizepremier. So kannte ich viele Funktionäre, die dann aufgestiegen sind. Ich habe sie dann als Botschafter wieder getroffen. Aus Schweizer Sicht war ich gewissermassen der Humanversuch für das, was sie später Quereinsteiger nannten. Aber die Chinesen haben eigentlich der Schweiz sehr gute Noten gegeben. Die haben gesagt: “ah, das ist doch eine gute Idee, einen China-Kenner zum Botschafter zu machen.” Mein Netzwerk hat mir sehr geholfen in der Botschaftertätigkeit.

    Mulan Sun: Was ist für Sie der grösste Unterschied zwischen dem chinesischen und westlichen Kunstparadigma? Wie haben Sie die Grenze überschritten, so dass Sie die Kunstwerke aus einer chinesischen Sensibilität und Perspektive beobachten und schätzen, auch wenn Sie ein Schweizer sind?

    Uli Sigg: In der Gegenwartskunst braucht es das vielleicht weniger als in der traditionellen Kunst. Damals als ich sammelte, hatte ich bereits 15 Jahre in China verbracht und ich hatte auch das Privileg: ich musste und ich konnte überall hin in der Volksrepublik. Das traf für einen Chinesen nicht zu. Ich musste beruflich überall hin, Aufzüge gibt es überall, auch in den entlegensten Regionen. Als Botschafter genauso: Wir hatten diverse Entwicklungsprojekte in den ärmsten Gebieten. Als Schweizer hatten wir das Privileg, dass wir an Orten arbeiten konnten, wo die anderen das nicht konnten und können. Und so habe ich mehr von China gesehen als wohl die meisten Chinesen das können. Und von der Aufgabe her quasi ein Gemeinschaftsunternehmen aufzubauen, zunächst in der chinesischen Planwirtschaft, dann der Übergang zur Marktwirtschaft, auf dem Fabrikboden, aber auch mit der Staatsführung, das hat mir sehr viel Einblick gegegeben. So habe ich mir schon Einiges angeeignet, was Sie vielleicht als chinesische Sensibilität bezeichnen könnten. In dem Sinne hatte ich das Glück, sehr viel mitzubekommen.

    2000 – 2012

    Sigg gilt als Entdecker von Ai Wei Wei. Der Künstler, der heute ausserhalb Chinas weit bekannt ist, widmete Sigg eine lebensgrosse Skulptur, die den Schweizer beim Zeitunglesen zeigt – ein persönliches Abbild: Sigg war nicht nur Wirtschaftsjournalist, sondern auch Präsident des Ringier Konzerns gewesen. Auch heute noch liest er täglich die Zeitung von vorne bis hinten, wie er betont, vor allem die Dinge, die ihn nicht interessieren. Für ihn gilt: “alles Wichtige steht zuerst in der Zeitung”. Für das olympische Stadion in Beijing brachte Sigg Ai Wei Wei mit den Basler Architekten Herzog & de Meuron zusammen. Das Stadion sollte kein westlicher Fremdkörper werden. Zusammen mit dem chinesischen Künstler kam das Team auf einen Entwurf, der von der Form und Oberfläche einer traditionellen chinesischen Tasse inspiriert wurde (heute als “Vogelnest” bekannt).

    Bereits ab 2005 konnte bei den chinesischen Künstlern eine Zuwendung zu den traditionellen Künsten beobachtet werden. Nachdem sie von der westlichen Kunst langsam desillusioniert waren, suchten sie in ihrer eigenen Geschichte nach Inspirationen. Hier besteht Siggs Meinung nach ein grosser Unterschied zwischen dem westlichen und chinesischen Kunstparadigma. Er bezeichnet westliche Kunst als eine Art Tabula Rasa, die in alle Richtungen gehen kann. Die chinesische Kunst jedoch basiert auf einer Weitergabe von Traditionen und dem Lernen vom Meister, wobei Schönheit und Harmonie eine grosse Rolle spielen. 2011 entstand Siggs Ausstellung “Shan Shui” (Bezeichnung für traditionelle Landschaftsdarstellungen), welche zeitgenössische Interpretationen der alten Künste zeigte, von der Landschaftsmalerei bis zur Kalligraphie.

    Mulan Sun: Sie machen Forschung und eine systematische Sammlung der chinesischen Gegenwartskunst. Ich glaube, jeder Kulturraum, der nicht identisch mit der nationalen Grenze ist, hat seine eigenen ausgeprägten Kunstwerke. Haben Sie die Kunstwerke in China gesammelt, weil diese für Sie “Chinese-ness” darstellen?

    Uli Sigg: Ich habe anders gewählt. Ich habe mir eigentlich zum Ziel gesetzt, das chinesische Kunstschaffen in seiner Breite abzubilden. Es war also nicht an mir, zu sagen: “hier ist Chinese-ness und hier nicht”, sondern, was immer die Künstler beschäftigt hat – zu einem bestimmten Zeitpunkt – das hat Eingang gefunden in die Sammlung. Die Idee war, die Storyline der chinesischen Gegenwartskunst seit der Kulturrevolution bis heute abzubilden – weil das niemand tat. Eigentlich wäre das ja die Aufgabe einer nationalen Institution, aber in China gab es das nicht. Also habe ich mir die Mission selbst auferlegt und das war, wie ich die Arbeiten gewählt habe, nicht nach meinem persönlichen Geschmack, der muss in den Hintergrund treten.

    Mulan Sun: Die Experimente in der chinesischen Gegenwartskunst (oder auch zeitgenössischen chinesischen Architektur) gehen darum einen Dialog zwischen Moderne und Tradition zu bauen – oder haben Sie nur die Symbole aus der Tradition ausgeliehen und möchten nur die Aufmerksamkeit des Westens erregen?

    Uli Sigg: Natürlich gibt es von allem. Es ist so, dass die erste Generation der chinesischen Künstler, die in den Westen gingen – und das werfen ihnen die chinesischen Künstler, die zuhause geblieben sind, vor – die habe gewissermassen die chinesische Karte gespielt. Die Kunst ist dann mit ganz viel chinesischen Symbolen umgegangen und sieht dann auch sehr chinesisch aus. Das war aber eine erfolgreiche Strategie, im Westen in den 90er Jahren. Ich habe mich auch oft mit diesen Künstlern unterhalten. Die haben so argumentiert: “ich habe meine ersten 25-30 Jahre in China verbracht, ich habe diese Ausbildung durchgemacht, das ist meine visuelle Welt. Willst du denn erwarten, dass ich das alles ablege im Westen? Das trage ich mit mir, das ist klar, dass das in meinen Arbeiten aufscheinen wird.” Es gibt gute Gründe, das so zu tun und für die einen stimmt das und für die anderen eher nicht. In der Architektur ist das Dilemma ein ähnliches. Der chinesische Künstler oder Architekt steht vor dieser Frage, die Sie skizziert haben. Da ist zum einen dieser globale Mainstream, der zwar alles mitreisst, der uns sehr beeindruckt, und dann ist da die spezifisch chinesische Kunst, die beginnt an einem ganz anderen Ort. In den 90ern, wo die Künstler schon Kenntnisse hatten, eine eigene Sprache gefunden haben, vereinigen sich irgendwann diese beiden Ströme: der global Mainstream und die chinesische Entwicklung der Kunst. Dann beginnen die Schwierigkeiten für Künstler und Architekten. “Wie finde ich gleichwohl zu einem eigenen Ausdruck?” Ich denke, als Chinese würde ich schon sagen, dass meine Wurzeln eine grossartige Ressource sind, die der Westen nicht hat. Dort zu suchen (nicht mit einer Kopie, sondern mit Appropriationen oder einer eigene Sprache) und mit dieser Ressource gut umzugehen, das ist wohl schon der Kurs. Und die einen machen das bewusst, die anderen vielleicht unbewusst und die dritten gar nicht, weil sie in diesen globalen Mainstream möchten und ja nicht als Chinesen identifiziert werden möchten, damit sie nicht nur wegen ihres chinesischen Passes gezeigt werden (das ist eher in der Kunst so als in der Architektur).

    2012 – 2019

    Uli Sigg hatte von Beginn an zum Ziel, die Kunstwerke, die er gesammelt hatte, an China zurückzugeben. Mit der Zeit musste dafür ein Ausstellungsort gefunden werden. Nach erfolglosen Verhandlungen mit Festlandchina erschien schliesslich Hong Kong auf der Bildfläche. Die Stadt hatte einen Wettbewerb für ein Kunstmuseum ausgeschrieben, den das Schweizer Büro Herzog & de Meuron gewann. Sie hatte jedoch kein Konzept für den Inhalt und stand davor, 2019 das Gebäude mit 17‘000 qm leerer Ausstellungsfläche zu eröffnen. Somit ist es ein Glück, dass Sigg dem Museum M+ mit 2‘300 Werken die bedeutendste Sammlung chinesischer Gegenwartskunst übergeben kann und das Museum so einen Kern erhält.

    Durch die Gründung des Chinese Contemporary Art Awards sowie eines unabhängigen Kunstkritiker-Preises bemüht sich Sigg um die Etablierung des Betriebssystems Kunst in China. Die chinesische Gegenwartskunst erhält dadurch eine Plattform und ihren Platz im globalen Kunstdiskurs.

    Die chinesische Gegenwartskunst, wie wir sie aus Siggs Sammlung kennen, ist ein einzigartiger Zeuge der Transformation Chinas. Wie die chinesische Gesellschaft sich in den letzten 40 Jahren reformiert, deformiert und transformiert hat, diese Realität hat die chinesische Gegenwartskunst schonungslos reflektiert.

    Und was ist gute Kunst für Uli Sigg?

    Ein Kunstwerk sollte das Vermögen haben, den Betrachter zu überraschen und ihn an einen Ort zu bringen, wo er selbst nicht hingelangt. Wie Sigg auch einmal sagte: “for me, art is like vacationing in my own head”.

    Uli Sigg, ein unermüdlicher Wanderer und beständiger Pionier.

    Report:

    Down the report as pdf for free (Deutsch): http://scaa.ch/doc/report/ulisigg.pdf

    下载中文版活动报道: http://scaa.ch/doc/report/ulisiggcn.pdf

     

    Photos:

    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.504736236561964.1073741838.400289230339999&type=1&l=80e58978f1

  • [Nov.2017] Eva Lüdi Kong – Die Reise in den Westen 林小发和她的德语版《西游记》

    [Nov.2017] Eva Lüdi Kong – Die Reise in den Westen 林小发和她的德语版《西游记》

    Eva Lüdi Kong – Die Reise in den Westen
    林小发和她的德语版《西游记》
    SCAA Veranstaltung I 2017 Zürich
    Referentin: Eva Lüdi Kong
    Gäste:  Wenhui Zhu,Yuqin Hong
    Moderatorin: Dan He
    Chinesischer Bericht: Qingchuan Yang
    Deutscher Bericht: Tian Jiang
    Fotografie: Ruizhe Liang
    Plakat: Tao Wang

    SCAA系列活动 I SCAA主办 I 苏黎世 2017
    主讲人:林小发
    对谈嘉宾: 朱文辉 洪瑜沁
    主持人:赫丹
    中文报道:杨晴川
    德文报道:江天
    摄影:梁睿哲
    海报:汪弢

    Co-Host: CUZ (Chinese Union of Zurich)
    协同组织: CUZ (苏黎世中国人协会)

    Diesen Herbst lud der SCAA zusammen mit der Chinese Union of Zurich (CUZ) Eva Lüdi Kong zu einer Diskussionsrunde im Zürcher Buchladen “Never Stop Reading” ein. Das Quartett setzte sich zusammen aus Dan He – Vizepräsidentin des CUZ, Yuqin Hong – Gründerin des CUZ Language and Culture Exchange Clubs, Zhu Wen Hui – Kulturvermittler Taiwans und der Schweiz, sowie Eva Lüdi Kong. Es wurden viele verschiedenen Fragen an die Übersetzerin gestellt, die Lüdi Kong in fliessendem Chinesisch beantwortete.

    2017年深秋,瑞士中国建筑师与艺术家协会(SCAA)与苏黎世中国人协会(CUZ)联合邀请林小发女士,在苏黎世老城“千万不能停止阅读”书店,进行了一次对谈活动。参与对谈的嘉宾有CUZ语言文化交流俱乐部创始人洪瑜沁和来自台湾的作家朱文辉,由CUZ副主席赫丹主持。围绕《西游记》的翻译过程,林小发用地道的中文回答了现场的所有问题。

    Im Frühling 2017 erhielt die Schweizer Sinologin Eva Lüdi Kong den Preis der Leipziger Buchmesse für die erste vollständige deutsche Übersetzung des chinesischen Romans Die Reise in den Westen ( Xiyouji ). Wie auf dem Buchrücken des goldgelben Einbandes zu lesen ist: “Der wohl faszinierendste, tiefgründigste und erfolgreichste Roman der chinesischen Literatur – zum ersten Mal vollständig auf Deutsch”.

    2017春季瑞士汉学家林小发(Eva Lüdi Kong)获得了莱比锡书展奖,获奖作品是西游记德语译本,这是德语世界第一本德语完整译著。金色封面上清晰写着:“中国文学史上最引人入胜、寓意深刻和成功的长篇小说 – 首次德文完整译著。”

    Das Buch erzählt die Geschichten des magischen Affenkönigs Sun Wukong und wie er mit dem Sanddämon Sha Wujing und der Schweins-Gestalt Zhu Bajie den buddhistischen Mönch Tripitaka auf dessen Reise in den Westen (nach Indien vor Buddha) begleiten. Unter den Chinesen sind diese Abenteuer und Legenden weit verbreitet und sehr beliebt, schon Kinder schauen Fernseh-Serien und lesen Comics dazu.

    《西游记》讲述了神奇的美猴王孙悟空、猪八戒和沙僧陪同唐僧前往西天取经的故事。对于中国人来说西天取经的故事耳熟能详,从小就能接触到相关的电视剧和连环画。

    Eva Lüdi Kong 林小发

    Die gebürtige Bielerin erzählte, wie sie auf gerade diese chinesische Geschichte aufmerksam geworden war: Als sie 14 Jahre alt war, begann sie sich für chinesische Literatur zu interessieren. In einem Buchladen entdeckte sie, dass drei der vier klassischen chinesischen Romane übersetzt vorlagen, der vierte Die Reise in den Westen jedoch fehlte. Als Lüdi Kong Jahre später (1991) nach China zog, fand sie eine chinesische Version des Zhonghua Shuju Verlages und nach zwei Lese-Anläufen eröffnete sich ihr schliesslich die Welt dieses Buches. Immer noch gab es keine vollständige deutsche Version und so nahm sie im Jahr 1998 diese Aufgabe selbst in die Hand.

    这位出生在瑞士比尔的汉学家给我们讲述了她小时候的故事:14岁时她对中国文学产生了浓厚的兴趣,于是在周遭寻找一切有关中国的读物。有一次在书店她发现了中国古典四大名著的其中三本译著,唯独缺少第四本《西游记》。多年后,直到1991年林小发移居中国,才碰到中华书局出版的《西游记》中文版。初次在书店相遇她并未留心,且苦涩难懂的开篇诗让她翻了翻便放下了,然而许久之后当她再次来到书店碰到它,已然对古文有了许多了解的林小发在书中仿佛看到了另一个古代思想的世界,便立即把它马上买回家了。此时德语世界依然没有《西游记》的完整翻译版,1998年,她决定把这个任务交给自己。

    Siebzehn Jahre verbrachte sie mit der Übersetzung. In dieser Zeit musste sie gleichzeitig die klassische Literatur Chinas, die Gemälde in Museen und Bücher über chinesische Architektur, Bekleidung, Zeitmasse, Beamtentum, Palastriten, Daoismus und Buddhismus studieren, um sich an ein klares Bild der geschilderten Handlungen und Schauplätze heranzutasten. Sprachlich war das Übersetzen aus dem Chinesischen ins Deutsche eine besonders anspruchsvolle Arbeit. Lüdi Kong beschreibt Chinesisch als eine viel freiere und offenere Sprache als die Deutsche, welche wie ein präzises Uhrwerk immer eindeutig ist.

    翻译持续了17年,在此期间她学习了中国古典文学、参阅博物馆绘画、中国建筑、服饰、古代时间计算法、官场、宫廷礼仪、道教思想及佛教,以更清晰的描绘书中的故事和场景。因为中德两种语言特性的不同,中译德是一件要求苛刻的工作。中文相较而言更自由和开放,而德文像一个运行精准的时钟。朱文辉先生打比方说,中文是“既是也是”,看着似是而非,不用讲明白,可大家都懂;而德文是“非此即彼”,人们喜欢打破沙锅问到底。《西游记》是口口相传的小

    说,原版中有许多“咿呀”的语气词,但绝大部分翻译都将其去掉。林小发认为气氛语感的传递是非常重要的,翻译后应在德语中体现相应的语气和氛围。因此在诗词翻译部分,她对德语译文进行了相似的韵脚处理,使中德文的阅读体验尽可能趋于一致。

    Als Lüdi Kong etwa zehn Kapitel übersetzt hatte, kam langsam die Frage auf, welcher Verlag das Werk veröffentlichen würde. Sie fragte ein paar Verlage an, doch 1999 war das Interesse im deutschsprachigen Raum noch nicht allzu ausgeprägt. Sie liess sich nicht beirren und das Buch “übersetzte sich” einfach weiter. An einer Buchmesse bekam sie den Hinweis sich an den Reclam Verlag zu wenden. Reclam war und ist noch heute vor allem für seine kleinformatigen gelben Bücher bekannt, war somit gar nicht in Betracht gezogen worden. Ein Redakteur des Verlages, der selbst ein Jahr in China verbracht hatte, fand grossen Gefallen an der Idee und so bekam das Projekt Unterstützung.

    翻译《西游记》一开始是兴趣使然,但当林小发翻译了十个章节后,一个问题逐渐浮现:是否有出版社愿意出版这个译著?她尝试联系了几个出版社,不过对于1999年的德语国家,人们对此书的兴趣并不大。她也并未因此停下脚步,继续翻译这本书。在对谈中她屡次提到自己就是比较“笨”,没有好的经济头脑,但她也说:“做这个事情,必须有点笨才行。”

    这本书的转机来源于她朋友的建议,何不到法兰克福书展碰碰运气,当年的主宾国是中国。在书展上,她与Reclam出版社进行了接触,Reclam出版社向来以其小尺寸黄皮书著称,所以长久以来并未考这家出版社。碰巧的是这个出版社的一位曾在中国工作过一年的编辑非常喜欢这个计划,这本书的翻译工作也因此得到了大力支持。

    Lüdi Kong hat 25 Jahre ihres Lebens in China verbracht und lebt nun wieder in der Schweiz. Aus dem Publikum kam die Frage auf, mit welcher Identität sie sich selbst sähe. Ihre Antwort war, dass es für sie ein wenig wie bei dem Affenkönig Sun Wukong sei: Er kann seinen Körper verlassen und so in eine andere Welt schauen. Die Beschäftigung mit Die Reise in den Westen war wie eine lange Reise, auf der sie in der Welt des Buches lebte und die ihre kulturelle Identität geprägt hat. Eine besondere Eigenschaft dieses Romans ist es, dass er zwei Bedeutungsebenen hat: Auf der einen Ebene erzählt er die spannenden Geschichten und Abenteuer der Figuren, auf der zweiten Ebene stellt er die Buddhistischen und Daoistischen Anschauungen dar – körperliche wie seelische Erlebnisse und Erkenntnisse werden gleichsam behandelt. Lüdi Kong hat durch ihre Arbeit an dem ca. 1300 Seiten schweren Epos ein grosses Interesse an den Buddhistischen und daoistischen Lehren entwickelt und sieht dort in Zukunft viel Potenzial für weitere Übersetzungsprojekte.

    林小发曾在中国生活了25年,现在回到家乡瑞士居住。对谈中观众询问了有关身份认同的问题,如何看待自己是否会有文化身份的冲突?她认为并没有冲突,但她会逐渐进入角色,就像美猴王孙悟空:他可以离开自己的身体,去另一个维度观察世界。《西游记》的翻译对她来说也是一趟“西天取经”。有时她甚至觉得自己就生活在书中,比如在现实中遇到了困难就像是被妖怪抓走了,关进了洞里,但她说自己很心安,因为知道总会出来。这次“取经”也同样塑造了她的文化身份。《西游记》的特别之处在于它具有两个意义层面:故事层面和寓意层面。故事层面顾名思义是书中的冒险故事,而寓意层面便是佛教和道教的世界观:在书中身体和精神的体验和认知是同等重要的。在1300页史诗般的翻译过程中,林小发对佛教和道教思想产生了极大的兴趣,并表示也有兴趣在未来翻译相关题材的作品。

    Die nächste Reise kann beginnen.

    下一次旅程已然开始。

    第一回

    灵根育孕源流出 心性修持大道生

    1.Kapitel

    Die beseelte Wurzel keimt, der Quell nimmt seinen Lauf

    Mit innerer Vervollkommnung beginnt der Grosse Weg

    诗曰:

    混沌未分天地乱,茫茫渺渺无人见。
    自从盘古破鸿蒙,开辟从兹清浊辨。
    覆载群生仰至仁,发明万物皆成善。

    欲知造化会元功,须看《西游释厄传》。

    Ein Gedicht besagt:

    Einst war das Chaos ungetrennt,

    Himmel und Erde dämmrig vermengt;

    Verschwommen war alles und endlos weit,

    Nie sah ein Mensch jene Zeit.

    Doch als der Urriese Pan Gu erwachte

    Und die Zerstörung des Chaos vollbrachte,

    Erschloss sich die mächtige Nebelwelt,

    Reines und Trübes ward zweigeteilt.

    Alle Geschöpfe auf dieser Erde

    Streben empor zur höchsten Güte;

    Den daraus erwachsenden Dingen

    Kann letztlich das Gute gelingen.

    Und wollt ihr nun jede Kräfte erkennen,

    Welche des Daseins Kreislauf bestimmen,

    So schätzt dieses Buch hier als eines der besten:

    Die 《Erlösung vom Leid auf der Reise gen Westen》.

    More photos: http://scaa.ch/2017/11/05/gallery-eva-ludi-kong-die-reise-in-den-westen/

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  • [Oct.2017] Private Tour for SCAA “Chinese Art + Museum Architecture” 中秋节中国艺术珍藏和博物馆建筑之夜

    [Oct.2017] Private Tour for SCAA “Chinese Art + Museum Architecture” 中秋节中国艺术珍藏和博物馆建筑之夜


    Private Führung für SCAA im Museum Rietberg
    “Chinesische Kunst + Museumarchitektur”
    瑞士中国建筑师和艺术家协会在Museum Rietberg艺术和建筑结合的导览
    Architekturführung: Martin Sollberger
    Kunstführung: Alexandra Przychowski
    Moderator: Tao Wang
    Chinesischer Bericht: Qingchuan Yang
    Deutscher Bericht: Tian Chiang
    Fotografie: Ruizhe Liang
    建筑讲解:Martin Sollberger
    艺术讲解:Alexandra Przychowski
    主持:汪弢
    中文报道:杨晴川
    德文报道:江天
    摄影:梁睿哲

    Am Abend des chinesischen Mondfestes lud das Museum Rietberg in Zürich den SCAA zu einer geführten Tour ein. Martin Sollberger, Ausstellungssarchitekt des Museums, und Alexandra von Przychowski, Kuratorin für chinesische Kunst, begleiteten die Besucher auf einen Spaziergang durch Raum und Zeit.

    中秋之夜,瑞士中国建筑师和艺术家协会(SCAA)受邀来到Rietberg博物馆,驻馆建筑师Martin Sollberger和博物馆中国艺术策展人Alexandra von Przychowski和我们一起,进行了一场穿越时空的旅行。

    Martin begann mit einer Einführung über den Museumsneubau, der in diesem Jahr genau 10 Jahre alt geworden ist. Nachdem der Sturm Lothar 1999 im Museumspark grosse Zerstörung angerichtet hatte, wurde ein Wettbewerb für einen Neubau im Park organisiert. Die Architekten Adolf Krischanitz und Alfred Grazioli erhielten 2002 den Zuschlag. Sie hatten nicht nur einen schönen diskreten Entwurf gemacht, sondern auch die Verbindung von “Alt und Neu” gestalterisch am besten gelöst. Wo früher ein Hügel stand, wurde 2007 der grüne Glasbau namens Smaragd eröffnet. Dessen Schätze liegen vor allem in den unterirdisch angelegten Geschossen, die sich voll und ganz der Kunst widmen.

    旅行开始,驻馆建筑师首先给我们介绍了这座建筑。博物馆新建部分迄今正好十年,由于1999年的Lothar风暴给博物馆造成巨大损毁,市政府决定为博物馆新馆举行一次设计竞赛。建筑师Adolf Krischanitz和Alfred Grazioli于2002年赢得了此次竞赛,方案不仅圆满的满足了设计任务,更重要的是它最好的解决了“新与旧”的关系。曾经在花园里的一座小山丘,如今变成了一座隐约在树丛中的绿色玻璃盒子,这座命名为Smaragd的新馆于2007年对外开放,它的宝物全都珍藏于地下的展室。

    Zwischen einer Lichtdecke aus gefalteten Plexiglaselementen und einem Holzboden aus

    Eichenhirnholz wurden bis 2012 Kunstobjekte immer als Einzelstücke präsentiert. Als im Januar 2013 die Meiyitangtangstiftung ihre weltbekannte Sammlung chinesischer Keramik als Dauerleihgabe an das Museum Rietberg übergab, musste eine neue verdichtete Ausstellungsgestaltung entwickelt werden. Über 1600 Artefakte kamen in den Besitz des Museums Rietberg und es mussten deutlich mehr Exponate in die Ausstellung integriert werden. Durch mehrere Prototypen und mit Unterstützung der Donatoren entwickelte das Museum seine eigenen Schaukästen. Diese ermöglichen nun eine geordnete, transparente und flexible Ausstellung. Bei einem Rundgang erkennt man, dass die neueren Ausstellungsmöbel eine gestalterische Evolution der vorhandenen Museumsvitrinen sind.

    展室的天花板由磨砂有机玻璃交错拼接而成,木地板材料是棕黄色橡木,两者之间是一个个独立的展柜,直到2012年博物馆的展品都如此展示。2013年一月,玫茵堂决定将其举世闻名的中国陶瓷收藏长期借展在Rietberg Museum,因此博物馆需要为突然增多的展品寻找一个更密集的布展方案。超过1600件艺术品,显著增多的藏品必须融入现有的展览。通过几种展柜原型的借鉴和捐助者的支持,博物馆设计了自己的展柜。值得一提的是,展柜隔板的上下两面都是发光的,向下打出70%的光线,向上投射30%,这样的打光不会产生强烈的阴影,展品的各个细节都可以得到清晰展示。同时展柜的尺寸扩大,可容纳更多展品。新的展柜方案使展览变得有序,通透和灵活。在行走中便会发现,新的展柜设计维持了原有的风格,同时也根据新的需求作了发展和变化。

    Im zweiten Teil der Führung wurde der Blick in die Vitrinen gelenkt. Alexandra zeigte einige der interessantesten und wertvollsten Gegenstände der Meiyintang Sammlung. Die Meiyintang Collection der Gebrüder Züllig ist eine der grössten Privatsammlungen chinesischer Keramik auf der Welt und bietet einen einzigartigen Einblick in die chinesische Geschichte. Sie dokumentiert, wie früh und rege der Austausch mit Kulturen westlich von China stattfand. Die Sammlung umfasst Werke aus über 2000 Jahren: von Keramiken mit eierschalenhafter Filigranität aus der Longshan Kultur (ca. 2000 v. Chr.) über grüne Celadon Schälchen aus der Song Dynastie (10. Jh.) bis hin zu den bunten Cloisonee-Gefässen der Qianlong-Ära (18. Jh.) zeigte jedes der Stücke die Perfektion der damaligen Handwerkskunst.

    “旅行”的第二部分我们把焦点转移到了展品中来,博物馆中国艺术策展人Alexandra为我们展示了十分有趣的远古藏品及部分玫茵堂的瓷器收藏。Züllig兄弟的玫茵堂收藏是世界上最大的中国陶瓷收藏之一,它们也为了解中国历史提供了独特的视角。它们的保存和流传纪录了在当时的中国西部文化交流是多么的频密和繁盛。展品年代横跨两千多年,从公元前两千多年的隶属于龙山文化的蛋壳状的金银丝细作到宋代的绿色青瓷碗,再到彩色的乾隆年间景泰蓝花瓶,每一件工艺品都展现了当时精湛的工艺。

    Ruyao 汝窑

    Anhand der Keramiken aus den Junyao-Öfen erklärte Alexandra eine ganz besondere Technik. Die blaue Farbe der Objekte wurde nämlich nicht durch Farbbeimischung erzeugt: Bei einer ganz bestimmten Ofentemperatur entstehen kleine Bläschen an der Materialoberfläche. Das kräftige Blau wird erst durch die Brechung des Lichts auf den kleinen abgekühlten Bläschen sichtbar – ähnlich wie auch das Blau des Himmels entsteht. So findet man selbst im Museum Rietberg ein Stück Himmel unter der Erde.

    在介绍钧窑的时候Alexandra给我们讲述了一个特殊的烧瓷技术。钧窑的蓝色表面并非通过染色形成,而是在特定的炉温范围内让材料表面形成小气泡,冷却后光线经过小气泡,产生折射后形成的深蓝色光线,这与天空蓝的形成原理十分接近。经由古代匠人之手,我们如今在地下也看到了一块蓝天。

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  • [Sep.2017] NANJING – DATONG – ORDOS (From the old capital to broken paradises of Inner Mongolia) 南京 – 大同 – 鄂尔多斯 (从旧都到内蒙古破碎的天堂)

    [Sep.2017] NANJING – DATONG – ORDOS (From the old capital to broken paradises of Inner Mongolia) 南京 – 大同 – 鄂尔多斯 (从旧都到内蒙古破碎的天堂)

    NANJING – DATONG – ORDOS
    (From the old capital tobroken paradises of Inner Mongolia) 
    南京,大同,鄂尔多斯 – 从古都到内蒙古破碎的天堂

    SCAA系列讲座 I SCAA主办 I 巴塞尔 2017
    主持人:Nils Havelka
    中文报道:杨晴川
    英文报道:江天
    摄影:梁睿哲

    For the first time the SCAA held an event outside of Zurich. Benjamin Krüger, associate at HHF Architects, invited the SCAA to apresentation at his office in Basel – a studio in a former ice-cream factory.

    这是SCAA第一次在苏黎世以外的城市举办讲座, HHF建筑师事务所的合伙人Benjamin Krüger邀请我们来到建筑师事务所,这里曾经是一个雪糕工厂。在讲座开始前,Benjamin简单带我们参观了HHF事务所以及事务所最近进行的各个项目。

    Benjamin studied architecture at the Bauhaus University Weimar, at the Lund University and worked for Swiss architects Herzog & de Meuron. He was a lecturer at the Bauhaus University in Weimar and has been invited as a critic to universities worldwide: the Chinese University of Hong Kong, the University of Hong Kong, ETH Zürich, the University of Bangkok, Politecnico Turino. Thanks to a strong passion and good eye for images Benjamin’s photographical work ‘Finds’ has been exhibited in galleries and a book about his work was published by Lisbon based art book publisher Le Fou. Other works have been released by Planphase magazine and the Cartha platform.

    Benjamin gained experience in working with Chinese students during his time as a visiting lecturer at the Southeast University of Nanjing. A search for the Genius Loci – the spirit of the place – was the main topic for Benjamin‘s teaching.

    Benjamin Krueger曾在魏玛包豪斯大学及Lund大学学习,在瑞士建筑师事务所赫尔佐格德梅隆工作。他曾被多所大学邀请作为评图嘉宾,包括香港中文大学、香港大学、苏黎世工大、曼谷大学及都灵理工,并在德国魏玛包豪斯大学授课。他的摄影作品“FINDS”曾在Magaz-1画廊及C.Keller画廊展出。作品被位于里斯本的艺术出版社LE FOU出版,更多其它的工作也在PLANPHASE杂志及CARTHA报道。

    Benjamin与我们分享了他在东南大学与学生一起工作时的心得体会,对Genius Loci(场所精神)的追寻是他执教的主题。

    During the presentation in Basel Benjamin took the SCAA audience on a personal photographic tour to three Chinese cities.

    Benjamin在演讲中与我们分享了他所经历的三座城市,通过摄影,给SCAA的成员们展示了他眼中的南京、大同及鄂尔多斯。

    For Nanjing, an eight million people city with a remarkably hilly topography, Benjamin and his students were seeking the Genius Loci. What made this place, that had been China’s capital and later non-capital, special for itself? It could not be the high-rise building structures, that looked like built from a generic catalogue. Together with the dean of the university, Bao Li, Benjamin discussed the book on Strollology by Swiss sociologist Lucius Burckhardt. They used Burckhardt’s science of “aimless strolling” to get ahold of Nanjing. After walks with students through various city areas they eventually decided to do a “placemaking” for Jiangxin, a green island in the Yangtze river.The students were to come up with a counter design for what was the reality on the island.

    对于南京,这座有着八百万人口的山地城市,Benjamin和学生一起走上街头,寻找Genius Loci。是什么让这座城市,曾经的六朝古都及此后的非首都,与其它城市与众不同?通过摄影师的镜头,放眼望去满是与别处无异的高楼大厦,如今他们充斥在城市的许多角落,但它一定不是这座城市的独特精神。Benjamin与东南大学建筑系系主任鲍莉一起,和学生们讨论了瑞士社会学家Lucius Burckhardt的作品Strollology(散步学)。他们用Burckhardt所说的“无目的的漫游”行走南京,最终决定在江心洲上实践“地点营造”。这个美丽的小岛位于长江上,但现状是岛屿的自然生态已被推土机推平,取而代之的是横平竖直的路网。学生的设计任务便是做一个基于场所真实特点的设计,针对岛屿曾经的真实状况。

    1’300 kilometers away from Nanjing lies Datong. Benjamin approached the city progressively from outercircle towards the center. The caves with carved Buddha statues in the Northand the Hanging Temples in the South gave the impression of a very specialspirit. Yet the city center was a contrast to those cultural places. Historicizing architecture for tourists, shopping malls and even a “new” city wall had been constructed in downtown Datong. The flat soil of demolished old town areas was lying right next to the newly built fake realities. Benjamin had the feeling that Datong was pretending to be bigger than it actually was, which resulted in oversized architectural objects. A new museum by David Chipperfield, a theatre by Arata Isozaki and a huge stadium set in the Sports Park were left unfinished and abandoned.

    与南京相距1300公里处便是大同。Benjamin从大同的外围逐渐走向城市中心。在行走的过程中,云冈石窟及南面的悬空寺给他非常强烈的印象,然而城市中心却是截然不同于上述地点的另一番景象:众多为游客准备的崭新的仿古建筑、购物中心及一个新的“古城墙”。已被拆迁并夷为平地的旧城区就位于新建的虚假现实世界旁边。Benjamin觉得大同似乎希望自己变得比现实更大,所以导致了市中心的众多超越城市尺度的超大建筑:DavidChipperfield的新博物馆、矶崎新的剧院以及尚未完工便已经被遗弃的体育场馆。

    Located in Inner Mongolia, Ordos was a very peculiar place Benjamin presented. Similar to Datong and Nanjing the landscape around it was promising but the city center with its big buildings appeared hard to provide a Genius Loci. Ordos was a city built from scratch. It had been planned for eight to nine million inhabitants. The reality was a population of 100’000, of which most people were doing facility management on the left building structures. Back in 2008 artist and architect Ai Wei Wei had teamed up with Herzog & de Meuron for a masterplan called Ordos 100. One hundred architects from 27 countries had been asked to submit designs for one hundred large villas in Ordos. HHF was one of the architecture offices taking part and, like for most of them, the designed villa was left unfinished until today – in a kind of ghost town.

    位于内蒙古中部的鄂尔多斯在Benjamin眼里是一个非常特别的地方。与南京及大同相似,鄂尔多斯及其周边的景观都十分具有吸引力,但城市中心却充斥着巨大的难以反映地点特性的构筑物。鄂尔多斯是一座从零开始建造的城市,设计规划八到九百万人口。但现实却是十多万人口,其中大多还是已建建筑和设施的维护人员。早在2008年艾未未与赫尔佐格一起,发起了“鄂尔多斯100”的规划,邀请来自27个国家的100位建筑师在鄂尔多斯设计100栋小房子。HHF建筑事务所便是其中之一,但与大多数事务所一样,设计的别墅到今天也未完工,整个城区像座鬼城。

    With the three presented examples Benjamin showed how challenging the quest for a Genius Loci could be in Chinese cities. The scale and also pace of the urban developments generated endless difficulties and possibilities at the same time. One possibility for Nanjing’s Jiangxin island was portrayed by a student group of Benjamin’s. The project called Traces was based on a thorough analysis of the island’s past and present geography. The students came up witha solution that integrated the use of the Yangtze river and brought local life onto the island through an intelligent combination of building and landscape architecture. These students did find the spirit running right through Nanjing.

    Benjamin经历的三座城市,让他觉得在中国追寻和展示Genius Loci(场所精神)是多么的困难,但城市发展的巨大规模及速度在带来无穷挑战的同时也带来了巨大的可能性。在南京江心洲的教学活动中,Benjamin指导的一个作业便尝试了一个能体现场所精神的可能性。这个名为“痕迹”的作品分析了岛屿过去和现在的地形。学生通过巧妙的建筑与景观设置,将当地日常生活和长江的利用结合起来,实现了综合利用长江的解决方案。

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  • [Aug.2017] Book Presentation by Dr. Ying Zhou 周颖博士《城中之隙》新书发布会

    [Aug.2017] Book Presentation by Dr. Ying Zhou 周颖博士《城中之隙》新书发布会

    <Urban Loopholes>
    – Creative Alliances for Spatial Production in Shanghai’s City Center
    Author: Dr. Ying Zhou, Assistant Professor at Department of Architecture, HKU
    Time: Friday, 4 August 2017, 19:00
    Venue: Sphères, Hardturmstrasse 66, 8005 Zurich
    Language: English
    Moderator: Nils Havelka, vice president SCAA
    Photography: Ruizhe Liang
    《城中之隙》
    – 上海城市中心地带空间发展中的创意性合作
    作者:周颖博士,香港大学建筑学院助理教授
    时间:星期五 2017年8月4日, 19:00
    地点:苏黎世 Sphères 书店,Hardturmstrasse 66
    语言:英语
    主持人:Nils Havelka, SCAA副主席
    摄影:梁睿哲

    Dr. Ying Zhou, is currently assistant professor at the University of Hong Kong (HKU)’s Department of Architecture. Her research interest on the relationship of contemporary urban developments and the growth of cultural industries and new economies in East Asian cities, global linkages and architectural knowledge exchanges developed from her work with the chair of Kees Christiaanse at the Future Cities Lab of the Singapore-ETH Centre and with the chair of Herzog & de Meuron at the ETH Studio Basel. Born in Shanghai,Ying holds a B.S.E. in Architecture and Engineering from Princeton, a M.Arch. from the Graduate School of Design at Harvard, a Ph.D. from the ETH, and was a Fulbright fellow at the University of Stuttgart. She has practiced and taught in New York, Shanghai, Detroit, Boston, Basel and Hong Kong.

    周颖博士目前是香港大学建筑系助理教授。她的研究集中在当代城市发展及东亚城市文化产业与新兴经济体,全球联系和建筑知识交流。她的研究来源于她所曾的在新加坡-苏黎世工大未来城市实验室Kees Christiaanse教席及苏黎世工大巴塞尔工作室Herzog & de Meuron教席的工作。周颖生于上海,拥有普林斯顿建筑与工程学院本科学位,哈佛大学设计研究生院硕士学位,苏黎世工大博士学位,也曾是在斯图加特大学的富布莱特奖国际访问学者。她曾在纽约、上海、底特律、波士顿、巴塞尔和香港从事实践和教学工作。


    Outline of key themes for Book Presentation

    新书发布会主题纲要

    1. Can you talk about the ‘urban loophole,’ which is the title of your book?

      • urban loophole is the theoretical framework, a red thread through the book
      • the concept of the urban loophole makes it possible to understand how, for example, rapid global reconnection under China’s transition economy, as what political scientists have called the “Black Swan” is possible
      • at the same time it is also a broader framework to understand rapidly developing and transitioning political economies
      • specificity to the discipline of architecture and urbanism (not sociology or political science)

    1. 你能谈谈书的标题“城中之隙”吗?

        • 城中之隙是一个理论框架,也是贯穿本书的一条红线。
        • 在中国经济快速转型的背景下,提出城中之隙的概念可以让我们理解中国怎么会在它的转型经济背景下这样快速地与全球连结,就像政治学家所说的“黑天鹅”是怎么会发生的。
        • 同时这也是一个更广泛的框架,以了解快速发展和转型的政治经济。
        • 研究视角和理论框架属于建筑和城市规划学科(非社会或政治学)。

    2. “Creative alliances” – also part of the title, what do you mean by this?

    • some in China who saw the title thought that it is an official term – it is not
    • it denotes actors on the ground, both top-down and bottom-up
    • network or constellations of actors, not masterplanned, who have come together and have facilitated rapid economic transition

    2. “创意性的合作”也是标题的一部分,这如何理解呢?

    • 许多国内的朋友看到此标题后认为这是一个官方术语,但这其实不是。
    • 它意味着基层的参与者合作,不仅是自上而下,而且也是自下而上的。
    • 参与者的合作,并非统筹规划,而是随机的聚在一起并推动了快速的转变。

    3. ‘gentrification with Chinese characteristics’ forms the second section of the book, what makes it unique?

    • ‘gentrification’ is a phenomenon observed and theorized in the developedeconomies of the West, notably UK and US starting in the 1960s; it has to do with economic transition to post-industrial service-based creative economy; it has to do with suburbanization and subsequent return of of ‘yuppies’ to city centres’; but it is very much based on political economies that are market economies (capitalist) and politically liberal
    • the “Chinese characteristics” takes from what David Harvey calls ‘neoliberalism with Chinese characteristics’
    • so the term is a way about planned and market economy (globalization)

    3. “中国特色的贵族化”形成了本书的第二部分,是什么使它独一无二?

    • “贵族化”现象是西方发达经济体中被观察到的并被理论化的,特别发生在1960年代初的英国和美国。这和经济过渡到后工业服务型创意经济有关。它与郊区化和随后的“雅痞”重返城市中心有关。但它非常依赖于市场经济(资本主义)和政治自由主义的政治经济形态。
    • “中国特色”可追溯自大卫·哈维(David Harvey)的‘具有中国特色的新自由主义’ 。
    • 所以这个术语是关于计划和市场经济(全球化)的表达。

    4. The book also takes on topics about heritage conservation, creative industries, contemporary art and posits them as ‘urban alibis’ what do you mean by this and their relationship to these topics?

    • all are in ways “fashionable” topics appropriated from the West (evident in the white papers about them)
    • for example, “creative industries” is a viable way for reusing the specific condition of administratively-allocated land, which are planned economy elements in market economy, in China’s transition economy;
    • but to many Western researchers who do not under China’s transition economy, the “creative” becomes the branding that distracts from the real impetus for its existence;
    • conversely, the “creative” is also the alibi by which it gets implemented
    • this also goes for “heritage conservation” and “cultural industries” including contemporary art

    4. 这本书还介绍了文化遗产保护,创意产业,当代艺术等方面的主题,并将其定义为“城市借口”,这如何理解呢,以及它们与这些话题的关系?

    • 所有这些都是来源于西方被运用的“时髦”话题(在关于他们的白皮书中十分明显)
    • 例如“创意产业”是重新利用土地的可行途径,这些土地往往是在计划经济背景下通过行政手段所分配的,在中国经济转型的过程中,它们是市场经济中的计划经济的元素。
    • 但对许多不了解中国转型经济语境的西方研究者而言,“创意”成为品牌,反而影响了人们了解其为了生存的真正动力;
    • 与之相反,“创意”也成为在执行过程中的借口。
    • 同样的情况也发生在“遗产保护”和“文化产业”,包括当代艺术。

    5. Can you discuss the choice of case studies and who is the book written for? Impact?

    • shortage of existing books that critically examine the contemporary developments, but also not so recent ones, notably the legacies of those following Liberation
    • take Paris, the number of books or rather the number of intellectuals observing, analyzing, and evaluating, from different perspectives and with differentpositions, the rapid changes that the city experienced under modernity exploded
    • yet in the rapid developments of China today, hardly anyone remembers what has happened
    • so this is a document for posterity
    • but also a method of reflecting on the rapid change society undergoes
    • as for impact or implementation, this book does not propose in this sense but in orderto go forward we must be able to see clearly how we got to the present
    • happy to give advice for policy makers or “leaders” who have the agency to change

    5. 在本书中你是如何选择研究案例的,它的目标读者和影响?

    • 现有书籍缺乏对中国当代发展的审视性研究,尤其缺乏对1949年后的近期发展。
    • 以巴黎为例,不知有多少的书籍或者说不知有多少知识分子从不同的角度和视角来观察,分析与评估城市在现代化阶段经历的快速转变。
    • 但对于今天中国的快速发展,几乎没人记得发生了什么。
    • 所以这是一个为后人准备的档案记录。
    • 也是反映社会快速变化的一种方法。
    • 至于产生影响或指导实践,这并不是本书的目的,但为了向前迈进,我们必须清楚地知道我们是如何走到今天的。
    • 愿意为政治决策者或“领导”提供建议。

    <Urban Loopholes>

    – Creative Alliances for Spatial Production in Shanghai’s City Center

    (2017,Birkhäuser, ISBN 978-3035611045)

    https://www.amazon.co.uk/Urban-Loopholes-Alliances-Production-Shanghais/dp/3035611041/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1499713810&sr=8-1-fkmr0&keywords=ying+zhou+urban+loophools

     

    新书发布会图片报道:

    (摄影:梁睿哲)

    More photos: http://scaa.ch/2017/08/05/gallery-aug-2017-book-presentation-by-dr-ying-zhou/

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  • [Jul.2017] SCAA 77 Book Reading Club 柒柒读书会

    [Jul.2017] SCAA 77 Book Reading Club 柒柒读书会

    主题:读书会
    时间:2017.07.07
    地点:Klingenstrasse 23, 8005 Zürich
    读书会 I SCAA主办 I 苏黎世 2017
    中文报道:杨晴川 王岳秋
    德文报道:江天
    摄影:梁睿哲

    二〇一七年七月七日,瑞士中国建筑师和艺术家协会在苏黎世举办了“七七读书会”,活动语言中文,由SCAA执委会汪弢主持。三本书的选择虽随机,却是一个颇具惊喜的组合,关于历史和未来,关于现实和面包,关于回忆与亲情。分享时听众之间的互动也给大家带来了新的感悟。

    Am Freitag 7.7., dem chinesischen Valentinstag (Qixi), lud der SCAA Book Reading Club zu einem Literaturabend im MATERIAL „Raum für Buchkultur“ Zürich ein. Drei Mitglieder des SCAA stellten jeweils einen Autor vor. Der Anlass wurde von Wang Tao moderiert und fand in chinesischer Sprache statt. Die Buchauswahl fiel dabei international und thematisch sehr abwechslungsreich aus – das Publikum diskutierte lebhaft mit.

    人类简史 I 未来简史

    读书 程博

    程博是一位建筑师,他为我们阅读了Yuval Noah Harari的人类简史及未来简史。作者两本畅销著作中所反映的是一种”物种演化”思维历史观——历史的发展的轨迹充满了偶然性。程博为大家转述了作者对智人(homo sapiens)如何在200万年的进化历程中脱颖而出,不仅成功地从食物链的中游跃升至顶端,同时也灭绝了自己的近亲譬如尼安德特人。而人类胜出的原因也许并不是人们惯常所认为的”大脑容量”或是”善于发明与运用工具”。作者认为真正的原因在于人类特有的语言能力“八卦”——这个“八卦”的本质是信息的传播,在此基础上人类社会能够组织团体,彼此信任。而在共同的信任与协作基础上,人类发展出了更高级的协作形式“互联主观”,它所承载的概念在真实世界中并不存在,而只存在于社团中成员的信念中,我们今天社会中的大部分概念,比如信仰,宗教,公司都是“互联主观”,它让人类能够在更大更深的层面上实现协作。

    当日介绍的第二本书未来简史中,作者提出了人类的下一个进阶阶段“神人”(Homo Deus)。目前被广泛视为人类独有的智慧,情感和创造力,虽然我们今日还不能完全洞悉其原理,但AI技术的发展已经越来越逼近人类智力的水平。而新技术的运用也可以在诸多层面增强人类本身的能力。技术的发展或许会促使人类形成新的社会组织协作形式,而此刻的“人”(神人)已经不是我们现在的状态。

    对于机器AI,书中提出了未来人类面对“全知全能”的数据分析及预测将产生新的信仰——“数据教”。对此张晗天提出了质疑:面对已知的事情计算机可以做的很好,这并不奇怪,但信仰对于人类进步和社会的理解在于对未知东西的态度,当人有信仰时便会产生内在的审美,而内在的审美会反过来驱动人类去追逐未知,而这时才是信仰真正发生作用的时候。因此AI对于数据的分析和未来的预测并不能在内在上帮助人类前行,同时也并不能提供对世界新的理解。

    Cheng Bo stellte den israelischen Historiker Yuval Noah Harari vor. Dessen Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ beschäftigt sich mit der Entwicklung der Menschen seit ihrer Entstehung und erzählt, wie der Mensch durch sein Gehirn und die Sprachenentwicklung zu dem wurde, was er heute ist. Im Buch „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“ blickt Harari in die Zukunft, es werden Fragen über die neuen Technologien aufgeworfen, die den Menschen zum Über-Menschen machen, ihn in seinen Fähigkeiten überholen könnten.

    巴菲特投资准则

    读书 赵阳

    赵阳在苏黎世从事地产投资,他为我们介绍了巴菲特的投资准则。对于为什么选择讲这个主题,赵阳列了三点:首先是因为巴菲特认为自己的方法一直有效,第二是因为巴菲特对于宏观经济的态度,第三是因为刚刚过三十岁生日,自己要开始做投资。

    巴菲特是当今世界上影响力最大,从业周期最长,资产管理规模最大的投资人之一。他在创业初期成立的合伙人机制是其投资生涯中业绩最突出的阶段之一。在此期间巴菲特通过开始一年一次,后来一年两次的“致投资人的信“向投资人阐述其投资理念。此书通过对其投资准则的分类整理,围绕:

    1. 商业理念 (复利、市场指数及相对回报、激励机制)

    2. 投资策略(价值洼地、套利、控制权)

    3. 其他因素(保守投资、税收等)

    对其“致投资者的信”进行整理、总结及分析,使读者能够有效及系统地了解巴菲特的投资理念。这些投资准则不仅对今天的投资行为,也对日常的商业行为、房地产开发及投资有着极高的借鉴价值。

    最后赵阳还为大家推荐了一本书:

    Zhao Yang präsentierte ein Buch von Jeremy C. Miller über die amerikanische Investment Koryphäe Warren Buffet. Das Buch „Warren Buffet‘s Ground Rules“ ist eine Sammlung der Partnership Letters, die Buffet regelmässig an seine Anteilseigner schrieb und versendete. Mit einfachen Analogien – beispielsweise von Enten im Teich, welche ihre eigene Geschwindigkeit, jedoch nicht die Wassertiefe bestimmen können – werden Anlageprinzipien bildlich erklärt.

    城门开

    读书 杨晴川

    杨晴川是一位建筑师,他阅读的是诗人北岛的散文集城门开。诗人的散文文字平实,娓娓道来,最开始给杨晴川这种感觉是在他的散文波兰来客中,讲述了在波兰开餐馆的朋友刘羽来美国探望他的经历,异乡故人原本就是神奇的组合,在平淡的叙述过后,追忆往昔,话锋一转:“话说回来了,那时我们有梦,关于文学,关于爱情,关于穿越世界的旅行。如今我们深夜饮酒,杯子碰到一起,都是梦破碎的声音。”

    这次的城门开让杨晴川印象深刻的依然是这种平实文字下的峰回路转。作者于2001年年底因父亲病重探访,重回阔别十三年的北京,物是人非难以辨认,因此写此书以重构一个他所熟知的北京。书中的一条隐藏线索便是父亲,因此读者也丝毫不奇怪书中最后一篇便以父亲为题,文章的最后一节写的极为精彩,描述了作者和父亲最后一面。

    “……二零零三年元月十一日,星期六,我像往常那样,上午十点左右来到三〇四医院病房。第二天我就要返回美国了。中午时分,我喂完饭,用电动剃须刀帮他把脸刮净。我们都知道,最后的时刻到了。他舌头在口中用力翻卷,居然吐出几个清晰的字:我爱你。我冲动地搂住他:爸爸,我也爱你。记忆所及,这是我们第一次也是最后一次这样说话。第二天早上,我本想在去机场的路上再见一面,但时间来不及了。坐进机舱,扩音器播放空中小姐软绵绵的声音,马上就要起飞了。我向北京城,向父亲所在的方向,默默祈祷。”

    提起这段文字,杨晴川想起了来自香港诗人黄灿然的诗歌——亲密时刻:

    亲密时刻

    黄灿然

    “当我赶到将军澳医院,

    在矫形与创伤科病房见到父亲,

    他已躺在床上输葡萄糖液,

    受伤的右手搁在胸前,包着白纱布;

    母亲悄悄告诉我,父亲流泪,

    坚持不做手术,要我劝劝他。

    我只劝他两句,父亲

    便签字同意了,比预料中顺利,

    就像这医院、这病房比预料中

    整洁和安静,周围都是翠绿的山,

    护士小姐天使般友善——没错,

    这里像天堂,或世外桃源。

    手术后我喂父亲吃饭,

    这是我们一生中最亲密的时刻:

    由于我出生后,父亲就长期在外工作,

    当我们一家团聚,我已经长大,

    所以我们一直很少说话;

    当我成家立室,搬出来住,

    我跟父亲的关系又再生疏,

    每逢我打电话回家,若是他来接

    他会像一个接线员,说声“等等”

    便叫母亲来听,尽管我知道

    我们彼此都怀着难言的爱。

    而这是神奇的时刻,父亲啊,

    我要赞美上帝,赞美世界:

    你频频喝水,频频小便,我替你

    解开内裤,为你衰老而柔软的阴茎

    安放尿壶——你终于在虚弱和害羞中

    把我生命的根敞开给我看:

    想当年你第一次见到我的小鸟

    也一定像我这般惊奇。”

    诗人北岛在散文中显得较为温和,隐匿了某些诗歌中的锋利。在城门开里他坦诚的叙述了自己的青年时光,特别是他和父亲,文字显得温情没有棱角,直到最后一句“我爱你”,顿时像刺破窗户纸的刀,仿佛那个犀利的诗人又出现在眼前。反观居住在香港的诗人黄灿然,细腻的描写了周遭的景致,有窗外翠绿的山,有友善的护士,有整洁的房间,像极了南方的湿润与精致,也同样是笔锋一转,在细节的描写中看到了自己的生命根源。一个是用温润隐藏锋利,一个在深刻中遮掩温情。所谓城门开,指的更是诗人的心门吧。

    Yang Qingchuan hatte einen chinesischen Poeten ausgewählt. Der Pekinger Bei Dao beschreibt in seinem (in diesem Jahr auf Englisch übersetzen) Buch „City Gate, Open Up – A Memoir“ auf knappe und berührende Art seine Erlebnisse, Eindrücke und Erinnerungen von der Stadt Peking. Die persönliche Familiengeschichte spielt eine zentrale Rolle in dieser urbanen Biographie.

    活动最后,协会主席孙慕蘭为大家介绍了二〇一七年八月份的活动安排:

    Book Presentation by Dr. Ying Zhou 周穎

     

    More photos: http://scaa.ch/2017/07/08/gallery-scaa-77-book-reading-club/

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  • [Jun.2017] The New Hybrid 东西文化混合新动力

    [Jun.2017] The New Hybrid 东西文化混合新动力

    SCAA Lecture Series
    The New Hybrid – 东西文化混合新动力

    Date: Friday 16th June 2017, 18:00
    Location: Museumsgesellschaft und Literaturhaus, Limmatquai 62, 8001 Zürich

    Speakers:
    Dr. Eduard Kögel, Researcher and Publicist, Berlin
    Ms. Zhang Xi, Dipl.ETH Arch, Co-Founder of EXH Design AG in Shanghai and Zürich

    Moderator: Mr. Nils Havelka, Vice-President SCAA
    Fotos: Ruizhe Liang

    主题:系列讲座第一讲

    时间:2017.06.16

    地点:Museumsgesellschaft und Literaturhaus, Limmatquai 62, 8001 Zürich

    系列讲座 I SCAA主办 I 苏黎世 I 2017 I

    照片 梁睿哲 I 主编 杨晴川

    瑞士中国建筑师和艺术家协会与2017年6月16日在苏黎世励马河畔举行了协会系列讲座的第一讲,演讲嘉宾是Eduard Kögel博士和EXH设计事务所创始人张西女士。

    东西方交流一直是人类文明发展的一条重要线索,通过Eduard Kögel博士的讲述,我们将目光聚焦在20世纪早期的上海和柏林,探讨两位建筑师在异乡的建筑实践。而张西通过自身在东西方的求学和建筑实践经历,为我们探讨东西方交流提供了新的视角。

     

    1930-1960 I 转译与适应

    Rene Minutti I 瑞士人在上海

    Chen Kuen Lee I 中国人在德国

    Dr. Eduard Kögel

    1. Rene Minutti (1887-1971)

    Rene Minutti于1909年毕业于苏黎世工大(Diplom als Ingenieur),在二十世纪30到40年代在中国进行了广泛的建筑实践,其结构工程师教育背景,使其实践并没有单纯从形式出发。设计十分简洁干练,并无繁复的装饰,我们觉得最有意思的地方是其项目在日后功能置换中产生的变化。

     

    比如1939年建成的Messageries Maritime am Bund,设计十分简洁,体量清晰。其后功能改为博物馆,建筑的顶端被添加了一个“柱头”。

     

    再比如1934年建成的Franzoesische Konzession,其立面划分简洁(Relief),抹灰颜色作了细微的区分。而此后功能置换为酒店,外墙统一刷成黄色,丢失了原设计的细腻。

    可以说建筑师的设计并未被理解和欣赏,而漫长的时光柔化了其棱角,最终和光同尘。从此角度来说设计虽完工但依然是未建成,Minutti在中国的大量实践虽然成果丰硕,但依然是孤独的。

    2. Chen Kuan Lee 

    相似的时间段,在地球的另一边,一位中国裔的建筑师Chen Kuan Lee也在德国实践着自己的中国思考。

     

    1937-1943,Chen Kuan Lee在德国Hans Scharoun事务所工作。Scharoun和Lee对中国建筑兴趣浓厚,从其笔记草图来看,他们对中国传统的坡屋顶做了许多学习。值得注意的是,Scharoun在柏林国家剧院的设计中采用的是曲面屋顶设计,也许是某种巧合,但也可能是一个新的解读视角。

     

    Lee的另一个设计是一栋充满了东方价值观的别墅。在此设计中体现了东西方对自然的不同理解。

     

    真实建造 I 建造真实

    张西 东西方的建筑设计实践

    张西曾在苏黎世工大建筑系攻读建筑学,其后回国创业,在创业初期张西就确定了项目质量优先的原则,如何在中国当下环境中借鉴和实现瑞士的品质,尤其突出的面临不同思维方式下 ,如何将新的工作方式植入快速发展的中国社会,是她实践中一直追问和探索的问题。在多年的实践中,面对不同的条件,逐渐发展出一套,快速建造,但是高质量完成的工作方式。随着今年EXH在苏黎世事务所的开张,张西的问题又多了一个,如何将中国的经验与瑞士当地结合,在项目开发和建筑设计上探索新的可能。

     

    相对于Minutti和Lee的建筑实践,张西的房子看着并不像是“外来者”,东西方的碰撞在她的实践中并不只反映在形式上。她说东西方的经历让她更丰富,这个丰富在我看来更多的是思考方式(Denkweise)和多元的团队建设及协作。

     

    进入新的社会发展时期,东西方文化的交流早已不只停留在各自为阵相互间无法理解的阶段,人们也再也无法从表象上追根溯源。然而这种交流的广度和深度早已远大于从前,它源源不断的为同路人提供着新的前进动力。

    提问环节

    关于建筑创作的基本立场,张西觉得基于当下和现有的条件来设计很重要,好的设计就像沙粒中的金子,需要用自己的网进行筛选。

    关于中国业主和建筑师如何理解风水,张西觉得风水更多的是一种感觉和自然的天性,一种内心深处的感觉,需要敏感的去感知外界。

    现场有建筑师问到,设计到哪一步可以把设计交出去,以保证交出去后设计品质在施工过程中能得到保证。张西觉得整个设计是一个循环交互的过程,在项目的最初期便需要考虑设计的可行性,深化的每一步都要进行控制,保证在深化和施工过程中设计得到一比一的实施。另外设计是一个交互的过程,建筑师的任务并不只是给业主一个完美的设计,更重要的是要让业主参与进来,共同决策。

    建筑师程博提问:建筑设计的质量体现在两方面,一是建筑设计的质量,另一个是建造的质量。特别是在中国的语境下,如何平衡或者处理这两者的关系。张西女士对此问题的答案是质量第一位,在与业主的沟通过程中,控制项目的发展节奏:“我们只设计可建造的房子,只建造我们的设计。”

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    http://scaa.ch/2017/06/28/gallery-the-new-hybrid/
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  • [May.2017] Opening Event of SCAA 瑞士中国建筑师和艺术家协会开幕式

    [May.2017] Opening Event of SCAA 瑞士中国建筑师和艺术家协会开幕式

    主题:EXCHANGE文化交流
    时间:2017.05.13
    地点:Never Stop Reading I Spiegelgasse 18, 8001 Zürich

    开幕式 | SCAA主办 苏黎世 2017
    照片 梁睿哲 | 文字 王弘扬 | 主编 杨晴川

    瑞士中国建筑师和艺术家协会开幕仪式于2017年5月13日下午4点30分在苏黎世老城区Never stop reading书店举行,协会副主席Nils Havelka (涅思·哈维卡)主持了此次活动。

    共享让存在更真实
    开场演讲孙慕蘭

    孙慕蘭女士作为协会主席进行了开场演讲,并简要介绍了开幕式流程、受邀嘉宾及协会执委会成员。

    “SCAA期望为瑞士和中国的建筑师、艺术家及相关领域人士,提供一个交流、共享及融合的平台。作为一个年轻的组织,SCAA满怀对未来的憧憬,我们也坚信在SCAA,大家能一起努力共同成长,擦出思想的火花,成为更好的自己。唯有共享能让存在更加真实!”

    掌握过去,推知未来
    嘉宾于皓

    第一位受邀演讲嘉宾是曾经的央视主持人如今的HausAppenzell艺术馆策展人于皓女士。

    “艺术馆所在的建筑有着上百年历史,它经历了时代的洗礼,从昔日的古典家具公司成为今日的文化艺术交流中心。公司所传承的精神与建筑悠久的历史相得益彰,逐渐被社会边缘化的传统艺术在这里不仅得到了展示,也通过当代语言的介入得到了新的诠释。我们坚信,只有掌握过去,才能推知未来。”

    文化互通是交流的基石
    嘉宾 Werner E.Nievergelt

    瑞士前驻华大使Nievergelt先生讲述了自己在广州的五年间,对中国的观察、理解与认识。

    “跨国界的交流要以文化的互通作为前提。文化互通是交流的基石,设计、艺术上的巡展与学术交流都是打开沟通的渠道。中国与瑞士之间的沟通仍有很多空白需要我们去填写。” 这位瑞士前驻华大使也是一位艺术品收藏家和摄影师。

    交互,以人为本
    嘉宾 Markus Schäfer

    Markus Schäfer先生是Hosoya Schäfer Architects的主持建筑师,Schäfer先生在OMA工作期间曾见证了北京地标建筑CCTV的落成,也曾与库哈斯共同筹备2014年威尼斯双年展。对于在全球化浪潮中高速发展的中国,他深有感触:我们这一代人是中国进步与改变的见证者。

    “交流,交互都是以人为本的。于我个人来说,对中国的印象意味着造访中国时,那些生动的一幅幅画面和与我相识的一个个中国人。例如其中一幅画面中的姜珺,他是2014年威尼斯双年展负责人,当时双年展的主题是“基本”,姜珺通过建筑诠释了中国人眼中回归本源的状态,并将展览主题“基本”进一步解读为“根本”,成功的把中国哲学思想并置入西方语境中。”

    聪明伶俐的主持人Nils Havelka是SCAA副主席。

    全球化,技术,建筑,城市,进步,平衡
    互动讨论环节

    此次开幕式在热烈的讨论中落下序幕。嘉宾大都有在中国及瑞士两地居住的经验,讨论集中在两国的异同及如何从对方发展经验中汲取经验,作为一个以建筑师和艺术家为主体的组织,如何在信息化的全球大环境下从事建筑及艺术创作,也是大家广泛关注的主题。

    “中瑞两国是难以比较的。中国建筑、城市的规模与建设速度是瑞士无法比及的,而瑞士的精致,质量与对老建筑的保护又是中国目前无法达到的。”

    “我们需要在纷繁中找到平衡。哪一种特性过于强烈都可能是伤害。中国快速发展的结果就是一定程度上牺牲了许多优秀的文化传统。”

    “技术的革新促成了全球化,同时我们也相信技术能够解决很多人类过去无法解决的问题。”

    “我们需要理解瑞士和中国,它们是两个错综复杂的系统,有各自不同的组成成分,不能片面的去概括它。”

    “当你走在一个城市中,自然而然的这个城市之中的街道、建筑便与你展开了一场无声的对话。”

    “在技术革新中,重要的是我们如何定位自己。”

     


     

    瑞士知名建筑媒体Hochparterre对瑞士中国建筑师和艺术家协会SCAA的报道链接:

    http://www.hochparterre.ch/nachrichten/architektur/blog/post/detail/schweiz-china-architektur/1494924007/

    感谢瑞中协会Swiss-Chinese Association对活动大力支持!